Das Rätsel des #Unbewussten. Annäherungen aus #kritisch-psychologischer Perspektive. Vortrags- und Diskussions veranstaltung mit Christian Küpper

​Veranstaltung des Arbeitsbereiches Subjektwissenschaft und Kritische an der FU und der Gesellschaft für subjektwissenschaftliche Forschung und Praxis:

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung:

Christian Küpper

„Das Rätsel des Unbewussten. Annäherungen aus kritisch-psychologischer Perspektive”

Donnerstag,

28. Mai 2015, um 18:30 Uhr
Ort: Psychologicum Uni Wien, Hörsaal H (rechter Keller)

In der gesellschaftlichen Rede über das Unbewusste verschaffen sich vielfältigste Phantasien Geltung. Zwischen Mythologisierung und Leugnung drängen schillernde Begriffe wie Geheimnis, Tabu, das Fremde, Sehnsucht und Angst an die Oberfläche und konstituieren einen überdeterminierten Bedeutungsraum. Dies lässt selbstverständlich auch emanzipatorisch intendierte Einlassungen nicht unberührt. Deren Motivation gründet im Wesentlichen in zwei Phänomenen: Ausgehend von der Kritik gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse wird einerseits gefragt, wie Einzelne in diese Verhältnisse eingebunden sind, wie sie sich mit diesen arrangieren, diesen gar ihre scheinbar vorbehaltlose Zustimmung erteilen. Von Interesse ist hier insbesondere die auf Verinnerlichungsprozesse von Herrschaft rekurrierende Beantwortungsperspektive, die ein je nach theoretischer Provenienz ausbuchstabiertes Konzept des Unbewussten bemüht. Andererseits rückt ein wie auch immer bestimmtes Unbewusstes ins Zentrum der Aufmerksamkeit in Anbetracht der verschiedenen Ausdrucksformen psychischen Leidens der Einzelnen.
Die Kritische Psychologie entwickelte ihre Konzeption des Unbewussten in expliziter Auseinandersetzung mit der Freudschen Psychoanalyse. Trotz der nachdrücklichen Betonung der Relevanz des Unbewussten für das Verständnis der Besonderheiten subjektiver Erfahrungen und Handlungen in entlang verschiedener Achsen herrschaftlich strukturierten kapitalistischen Gesellschaften bleibt jedoch der Eindruck haften, dass die bisherigen Überlegungen lediglich vorläufiger Natur sind.
Oberflächlich betrachtet zeigt sich dies bereits in der Abnahme des dem Unbewussten in grundlegenden Werken eingeräumten Platzes von Ute Osterkamps „Motivationsband II” über Klaus Holzkamps „Grundlegung” bis hin zu Morus Markards „Einführung”.
In diesem Vortrag möchte ich versuchen, die wichtigsten Gedanken der kritisch-psychologischen Fassung des Unbewussten zu rekonstruieren, um davon ausgehend verschiedene Problemfelder zu markieren und zu diskutieren. Dabei soll es unter anderem um das Konzept der ‚Selbstfeindschaft’, die Stellung des umstrittenen ‚materialen Apriori’, wonach die Einzelnen sich nicht bewusst schaden können, das kritisch-psychologische Zentralkonzept der ‚Handlungsfähigkeit’, dessen Ausdifferenzierung in ‚restriktive’ und ‚verallgemeinerte’ Erscheinungsformen sowie um die Reichweite des ‚Begründungsdiskurses’ gehen. Abschließend sollen Anknüpfungspunkte für weiterreichende Überlegungen formuliert werden.

Christian Küpper ist Dipl.-Psychologe und arbeitet gegenwärtig im Weglaufhaus „Villa Stöckle”, einer antipsychiatrischen Kriseneinrichtung in Berlin. Er ist Mitglied der Arbeitsgruppe „unknown pressures – Herrschaft, Autorität und das Unbewusste” am Klaus Holzkamp-Institut für Subjektwissenschaft der Freien Universität Berlin.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s