#CfP Journal für #Psychologie 1/2015 Kritische #Gerontologie (http://criticalpsychology.w ordpress.com/) Die Bedeutung von Altersbildern und Haltungen im Umgang mit dem #Altsein – Theorie und Praxis einer kritischen Gerontologie

Call for Papers des Journal für Psychologie zum Themenheft

»Die Bedeutung von Altersbildern und Haltungen im Umgang mit dem Altsein – Theorie und Praxis einer kritischen Gerontologie“
herausgegeben von Irene Strasser & Susanne Ogris

Das Altern bzw. das Älterwerden einer immer größeren Anzahl von Menschen wird zunehmend als gesellschaftliches, weil ökonomisches Problem, sowie – ausgehend von einem defizitären Altersbild – als individuelles Problem dargestellt. Dem gegenüber wird in jüngster Zeit nicht weniger dogmatisch die Bewegung des „productive aging“, des erfolgreichen und aktiven Alterns, mit seinem Postulat der Aktivitätsverpflichtung und Selbstverantwortlichkeit in den Raum gestellt. Beide Ansätze (pathogenetisch/defizitfokussiert versus salutogenetisch/ressourcenfokussiert) vertreten extreme Positionen, zwischen denen wenig Spielraum für ein differenziertes gesellschaftliches Bild vom Altsein und ein stereotypenfreies, biografie- und subjektorientiertes Herangehen an einen als alt definierten oder sich als alt definierenden Menschen bleibt.

Die geplante Schwerpunktausgabe zu kritisch-gerontologischen Ansätzen will einen kritischen und interdisziplinären, vom Mainstream gerontologischer und geriatrischer Betrachtungsweisen abweichenden Blick auf das Thema Alter(n), die damit verbundenen (Selbst-)Zuschreibungen, gesellschaftlichen Haltungen und die Haltungen der im Gesundheitsbereich tätigen Professionen werfen. Wir richten uns an TheoretikerInnen wie PraktikerInnen der verschiedenen Professionen u. a. mit folgenden Fragestellungen:

+ Wie entstehen Altersbilder und Haltungen, welche gesellschaftlichen Bedingungen führen dazu? Warum, unter welchen (gesellschaftlichen, ökonomischen wie individuellen) Bedingungen und für wen wird Altern zu einem Problem?

+ Welche Rolle spielen Partizipation, Demokratieteilhabe und Mitspracherecht in der Gerontologie allgemein und wie sind diese Konzepte mit bereits schwer eingeschränkten und dementen alten Menschen umsetzbar? Welche Handlungsspielräume lassen sich dabei orten?

+ Inwiefern beeinflussen Überreglementierungen und Technisierung innerhalb von Institutionen die Haltungen älteren Menschen gegenüber? Was bedeutet Lebensqualität im Alter? Wer bestimmt, was Lebensqualität im Alter subjektiv zu bedeuten hat?

+ Welche Rolle spielen gesellschaftliche Haltungen und Praktiken im Zusammenhang mit dem Thema Sterben und wie beeinflussen sie subjektive Theorien zum Älterwerden?

+ Welche Bedeutung kommt älteren Menschen in Arbeits- und Produktionsprozessen zu?

+ Wie können Angehörige und Pflegepersonal in der Entwicklung einer Grundhaltung, die die Selbstbestimmtheit älterer Menschen zulässt und fördert, unterstützt werden?

+ Inwiefern gewinnen transkulturelle Aspekte innerhalb der Gerontologie an Bedeutung und wo können feministische Positionen und Gendertheorien einen Beitrag zu einer kritischen Gerontologie leisten?

Texte, die jenseits unseres Erwartungsspektrums und der vorgeschlagenen Fragestellungen liegen, sind ebenfalls willkommen.

Falls Sie sich mit einem Beitrag an diesem Schwerpunktheft beteiligen wollen, senden Sie bitte zu unserer Orientierung bis 28.2.2014 ein Abstract (max. 1 Seite) an:

irene.strasser[at]uni-klu.ac.at oder susanneogris[at]yahoo.de

Sie erhalten zu Ihrem Abstract ein umgehendes Feedback. Die Endfassung Ihres Manuskripts sollte daraufhin bis 15.9.2014 vorliegen (Zusendung an die Herausgeberinnen oder Upload auf der Homepage der Zeitschrift). Um die Einhaltung unserer Manuskriptrichtlinien wird ausdrücklich gebeten (http://www.journal-fuerpsychologie.de/index.php/jfp/about/submissions#authorGuidelines ).
Anschließend an die Einreichung Ihres Beitrages startet das Begutachtungsverfahren (peer review), das Ergebnis wird Ihnen spätestens bis Februar 2015 mitgeteilt.

Das Heft wird in der ersten Jahreshälfte 2015 online im Open Access erscheinen.

Auch Beiträge jenseits des Themenschwerpunkts sind immer willkommen. Diese reichen Sie bitte direkt über das Portal auf unserer Website www.journal-fuer-psychologie.de ein.

Die Herausgeberinnen der Schwerpunktausgabe
Irene Strasser (Klagenfurt) und Susanne Ogris (Wien).

Susanne Ogris, Dr., Klinische und Gesundheitspsychologin, promovierte Pädagogin und zertifizierte Beraterin für Gender and Diversity Management. Leiterin des Tageszentrums für SeniorInnen im jüdischen Elternheim Wien, Österreich. Lehr- und Vortragstätigkeit in den Bereichen: Gerontologie, transkulturelle Aspekte in der Gesundheits- und Krankenpflege, Migration, Psychotraumatologie, interkulturelles Lernen und Erinnerungsarbeit.

Irene Strasser, Dr., Universitätsassistentin am Institut für Psychologie, Universität Klagenfurt, Österreich. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Entwicklungspsychologie der Lebensspanne, Alter(n)sforschung, subjektive Entwicklungstheorien, Gender Studies, Entwicklung von Weisheit.

cfp_kritischegerontologie_jfp.pdf

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